Ein Reutersbericht nährt Spekulationen, dass Microsoft sich entschließen könnte, einen bedeutenden Handyhersteller zu übernehmen. Getrieben von den Problemen mit Windows Mobile, könnte Microsoft mit der Übernahme eines Handyherstellers auch hardwareseitig den Produktionsprozeß bei Smartphones kontrollieren. Wie der Morningstar Analyst Toan Tran erklärte, wird Microsoft zwangsläufig ins Hardwaregeschäft einsteigen müssen, um die komplette Kontrolle über die für den Endkunden wichtigen Funktionalitäten zu bekommen. Apple hat gezeigt, das ein solches Geschäftsmodell funktioniert. Bei Consumer-Geräten sei es wichtig, dass die Geräte einfach zu bedienen sind. Ein Gerät darf nicht so kompliziert sein wie beispielsweise ein PC.
Kann sich Microsoft die Übernahme eines Big-Players wie RIM oder Nokia überhaupt leisten? Microsoft verfügt über Barmittel von ca. 9,4 Milliarden USD und über kurzfristige Investments in Höhe von 26,7 Milliarden USD, die sich aber relativ kurzfristig in liquide Mittel überführen lassen. RIM (Blackberry) hat einen Marktwert von ca. 39 Milliarden USD und Nokia von ca. 51 Milliarden USD. Für eine Übernahme müßte Microsoft jedoch noch einen Aufschlag pro Aktie an die Verkäufer zahlen. In der Vergangenheit hat Microsoft jedoch schon einmal bewiesen, dass es auch große Übernahmen stemmen könnte. Bei der letztlich gescheiterten Übernahme von Yahoo hätte 47,5 Milliarden USD über den Tisch wandern müssen.
Lt. Morgan Keegan Analyst Frank McCourt ist ein Einstieg von Microsoft ins Hardwaregeschäft aber eher unwahrscheinlich, dies würde die derzeitigen Kunden für das Betriebssystem Windows Mobile eher verprellen. Lt. McCourt würde die Übernahme eines Handyherstellers für Microsoft nur dann Sinn machen, wenn der Marktanteil bei Windows Mobile so stark einbrechen würde, dass eine Verärgerung der Windows Mobile Kunden nicht mehr ins Gewicht fallen würde.
Quelle: Reuters




